Parsifal, 30. März 2017, Staatsoper

Die Regie hat uns da etwas aufgegeben. Es wird in der Psychiatrie in Steinhof gespielt. Das funktioniert im ersten Akt sehr gut, im zweiten mit Abstrichen und im dritten dann gar nicht, da wäre es besser gewesen, die Handlung in den Garten zu verlegen. Das Regieteam wurde dann auch furchtbar ausgebuht! Mir persönlich hat es gefallen. Allerdings war es Stehtheater, aber im Parsifal (wie auch im Tristan) ist es sehr schwierig, Bewegung hineinzubringen.

Semyon Bychkov dirigierte sehr langsam, beim Parsifal ist das nicht unbedingt ein Erfolgsrezept, weil ja eh schon nichts weitergeht. Die Spannung lies auch im dritten Akt nach. Das Orchester spielte wunderschön, man konnte viele neue Details hören.

Am besten hat mir René Pape gefallen, wunderbare Stimme, warmer fließender Gesang und herrlicher Ausdruck, dazu noch Gerald Finley ein herrlich leidender Amfortas! Christofer Ventris ist ein sehr guter Parsifal, kleine Abstriche (Stephen Gould war besser). Jochen Schmeckenbacher ist ein bißchen zu apathisch, aber mit warmer Stimme. Es fehlt im das dämonische. Nina Stemme großartig, zeitweise zu tief, ihr „Lachen“ war grandios! Leider merkt man schon ein klein wenig, dass ihre Stimme unter der großen Belastung gelitten hat. Diesmal war sie mit schönen und passenden Kostümen ausgestattet. Jongmin Park als Titurel sehr gut (wie immer).
Die Blumenmädchen fast alle wirklich gut, war ja fast eine Luxusbesetzung (z.B. Bezsmerta oder Fahima). Die Knappen ausgezeichnet.

Alle sehr wortdeutlich!!

siehe auch:
http://der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-parsifal-5
http://der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-parsifal-premiere

Dirigent Semyon Bychkov
Regie und Bühne Alvis Hermanis
Kostüme Kristine Jurjane
Licht Gleb Filshtinsky
Video Ineta Sipunova
Amfortas Gerald Finley
Gurnemanz René Pape
Parsifal Christopher Ventris
Klingsor Jochen Schmeckenbecher
Kundry Nina Stemme
Titurel Jongmin Park
1. Gralsritter Benedikt Kobel
2. Gralsritter Clemens Unterreiner
1. Knappe Ulrike Helzel
2. Knappe Zoryana Kushpler
3. Knappe Thomas Ebenstein
4. Knappe Bror Magnus Tødenes
1. Blumenmädchen/1. Gruppe Ileana Tonca
2. Blumenmädchen/1. Gruppe Olga Bezsmertna
3. Blumenmädchen/1. Gruppe Margaret Plummer
1. Blumenmädchen/2. Gruppe Hila Fahima
2. Blumenmädchen/2. Gruppe Caroline Wenborne
3. Blumenmädchen/2. Gruppe Ilseyar Khayrullova
Stimme von oben Monika Bohinec

La Wally, 29. März 2017, Volksoper

Im Vergleich zur Premiere hatten wir eine fast komplett andere Besetzung (Ausnahme Kurt Rydl) und das dürfte gute gewesen sein. Wir hatten eine sehr gute Vorstellung. Die Leistung der Sänger sehr ausgeglichen und sehr gut (allerdings dauerte es 15 min)

Das Werk ist sehr nahe dem Verismo und hat uns sehr gut gefallen, interessante Musik!

Hervorzuheben wäre Astrid Kessler, ausgezeichnet, präsent und glaubwürdig, Endrick Wotrich leider sehr baritonal und die Höhe pressend, Beate Ritter sang ihr Lied sehr ordentlich. Morten Frank Larsen unauffällig, Martina Mikelic sehr schön!

  • Dirigent Marc Piollet
  • Regie Aron Stiehl
  • Bühnenbild Frank Philipp Schlößmann
  • Kostüme Franziska Jacobsen
  • Stromminger, Gutsherr aus Hochstoff Kurt Rydl
  • Wally, seine Tochter Astrid Kessler
  • Giuseppe Hagenbach, Jäger aus Sölden Endrik Wotrich
  • Vincenzo Gellner, Gutsverwalter des Stromminger Morten Frank Larsen
  • Afra, Wirtin aus Sölden Martina Mikelić
  • Walter, ein Freund Wallys Beate Ritter
  • Infanterist Daniel Ohlenschläger

Faust, 21. März 2017, Staatsoper

Wieder einmal ein Lob auf die Dirigentin Simone Young! Und damit war der Abend schon halb gewonnen. Dazu eine wunderbare Anita Hartig als Marguerite, herrlich gesungen. Jean-Francois Borras war ein sehr gute Faust, leider mit unpassender Figut, kleine Schwächen bei seiner großen Arie. Luca Pisaroni ein böser Faust, er schaut wirklich gut aus! Orhan Ildiz gut, in seiner Arie Schwächen bei den ganz hohen Tönen und in der Tiefe. Rachel Frenkel wie immer leider zu scharf. Ein wirklich sehr schöner Abend!

Dirigent                           Simone Young

Inszenierungskonzept  Nicolas Joel

Regie                               Stephane Roche

Bühnenbildkonzept       Andreas Reinhardt

Bühne                             Kristina Siegel

 

Le Docteur Faust             Jean-Francois Borras

Méphistophélès                Luca Pisaroni

Valentin                            Orhan Yildiz

Marguerite                       Anita Hartig

Wagner                            Clemens Unterreiner

Siébel                               Rachel Frenkel

Marthe                             Rosie Aldridge

Ensemble Kontrapunkte, 20. März 2017, Brahmssaal

Peter Keuschnig ist wirklich schon 77 Jahre alt, und er bringt ein abgestimmtes und wunderschönes abwechslungsreiches Programm!
Leider hat die Sängerin den Berg verhaut! Immer zu tief gesungen und entweder zu leise oder zu laut. Der Poulenc war dann okay!
Der Rest ausgezeichnet!
Am besten haben mir der Berg, der Milhaud und der Strawinsky gefallen!

Interpreten

Ensemble Kontrapunkte
Peter Keuschnig, Dirigent
Alda Caiello, Sopran
Peter Matzka, Violine

Programm:

Darius Milhaud
La Création du monde, op. 81a
Richard Dünser
der zeiten spindel II (Uraufführung)
Alban Berg
Sieben frühe Lieder; Fassung für Gesang und Kammerensemble von Reinbert de Leeuw

——– Pause ———-
Thomas Heinisch
Feuerzonen. Rituelle Musik für Ensemble (Uraufführung)
Francis Poulenc
La dame de Monte-Carlo
Anton Webern / Richard Dünser
Vier Stücke, op. 7
Igor Strawinsky
Dumbarton Oaks. Concerto in Es für Kammerorchester

Wiener Symphoniker / Guy / Jordan, 18. März 2017, Konzerthaus

Ein gemischter Abend. Die Coriolan-Ouverture war hauptsächlich knallig, aber sehr präzise. Dann war ein wunderbar lyrisches 3. Bartok Klavierkonzert, mit hat der Pianist François-Frédéric Guy sehr gut gefallen, technisch perfekt und sehr zurückhaltend. Wunderbar

Die Pastorale war mir sehr komisch, gar nicht lyrisch sondern eher preussisch, aber immer ab Mitte der Sätze hat es dann doch funktioniert.

siehe auch:
Zitat Wilhelm Sinkowicz aus der Presse:
Die Symphoniker wiederum erarbeiten gerade einen kompletten Beethoven- Zyklus unter der Leitung ihres Chefdirigenten Philippe Jordan. Und das schlägt eine neue Seite in den Annalen der wienerischen Interpretationsgeschichte auf. In dieser anderen sonntäglichen Landpartie waren auch die heiklen Übergänge und Nahtstelen spürbar präzis ausgearbeitet – und es herrschte in Sachen Dynamik und Phrasierung eine Vielschichtigkeit, von der man im Musikverein diesmal nur träumen konnte.

Sogar die beiden gedämpften Solo-Celli, die in der „Szene am Bach“ so eifrig mitwogen, konnte man in Jordans subtiler Klangregie sauber ausnehmen; und die Tempodramaturgie trug die große Entwicklung dieser Symphonie schlüssig vom fragenden Beginn zum affirmativen Schluss.
Bemerkenswert das Zusammenspiel mit den Solisten in den beiden Konzerten: François-Frédéric Guy setzte in Bartóks Drittem Klavierkonzert auf (bei diesem Komponisten) selten gehörte melodische Weichheit, unter Preisgabe mancher rhythmischer Finesse – und stand damit seltsam quer zur fein gedrechselten orchestralen Arbeit Jordans.

Interpreten
Wiener Symphoniker
François-Frédéric Guy, Klavier
Philippe Jordan, Dirigent
Programm

Ludwig van Beethoven
Ouverture c-moll zu «Coriolan» op. 62 (1807)
Béla Bartók
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119 (1945)
***
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 «Pastorale» (1807-1808)

John Malkovich / Martin Haselböck «Just Call Me God: A dictator’s final speech» , 13. März 2017, Konzerthaus

Ein interessantes Stück, das einen betroffene zurücklässt. Die Mechanismen der Macht und der Manipulation werden schonungslos aufgedeckt.

John Malkovich und Sophie von Kessel sind Weltklasse, die Interaktion zwischen den beiden funktioniert perfekt. Dazu noch Martin Haselböck an der Orgel. Es ist gespenstisch und erschreckend. Und die Musik verstärkt noch das ganze.

John Malkovich, Schauspiel
Sophie von Kessel, Schauspiel
Martin Haselböck, Orgel
Franz Danksagmüller, Elektronik, Sampling
Michael Sturminger, Regie
Renate Martin, Bühnenbild, Kostüme
Andreas Donhauser, Bühnenbild, Kostüme
Programm

Michael Sturminger
Just Call Me God: A dictator’s final speech. Theaterstück
Johann Sebastian Bach
Toccata und Fuge d-moll BWV 565 (1708 vor)
Richard Wagner
Der Ritt der Walküren (Die Walküre) (Bearbeitung für Orgel: Edwin Lemare) (1852-1856)
Johann Sebastian Bach
Alle Menschen müssen sterben BWV 643 (Orgel-Büchlein) (1713-1717 ca.)
Sei gegrüßet, Jesu gütig BWV 768 (Partite diverse) (1700 ca.)
Toccata (Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564) (1708-1717)
Charles Ives
Variations on «America» (1891)
César Franck
Prélude (Prélude, fugue et variation h-moll M 30 op. 18) (1862)
Franz Schubert
Sonate A-Dur D 959 (2. Satz: Andantino in Bearbeitung für Orgel) (1828)
Martin Haselböck
Grand Organ Macabre Harmonica
Bigger than Life
Psychocratic Barground Impro
Grand Organ Cacophony
The Final Waltz

 

Tristan und Isolde, 12. März 2017, Staatsoper

Ein spannender und sehr intensiver Abend.

Stephen Gould ist der Star, er sang und spielte großartig und wunderbar, sein Tenor ist schlank, stark und sein 3. Akt ist grandios! Ohne jedwede Ermüdungserscheinung. Petra Lang sang klar, reinste Intonation, das einzige Manko ist ein bisserl mangelnde Lautstärke, aber der Dirigent und die Kollegen nahmen Rücksicht! Kwangchul Youn ist sicher der beste Marke, den ich gehört  habe, elegant und sehr traurig! Sophie Koch war ein gut Brangäne, ein bisserl kehlig und viel Vibrato, Matthias Goerne ist viel zu lyrisch  für diese Rolle, aber hat eine wunderbare Stimme.
Mikko Franck erzeugte viel Spannung und besonders die Streicher waren in Hochform, produzierten schon vom ersten Ton an schönste Töne!

Dirigent Mikko Franck
Regie David McVicar
Ausstattung Robert Jones
Licht Paule Constable
Choreographie Andrew George
Tristan Stephen Gould
König Marke Kwangchul Youn
Isolde Petra Lang
Kurwenal Matthias Goerne
Brangäne Sophie Koch
Melot Clemens Unterreiner
Hirt Carlos Osuna
Steuermann Marcus Pelz
Stimme des Seemanns Jinxu Xiahou

Arabella, 11. März 2017, Staatsoper

Wenn Peter Schneider ans Pult tritt ist Erstklassigkeit angesagt. Er bringt wunderbaren Richard Strauss, feinste Begleitung und dazwischen herrliche Zwischenspiele.

Wolfgang Bankl ist Graf Waldner, er rabaukt herrlich herum und ist eigentlich immer optimistisch, seine Frau Adelaide wird von einer kapriziösen Stephanie Houtzeel sehr schön gesungen. Neben Bankl hat mir am besten Chen Reiss als Zdenka gefallen, wunderbar bei Stimme. Bo Skovhus singt mit warmer und zu Herzen gehenden Stimme den Mandryka, das polternde allerdings fehlt ihm. Camilla Nylund hat 95% wunderbar gesungen, allerdings ist die Spannung  immer wieder bei einzelnen Phrasen weggebrochen. Über Herbert Lippert gibt es geteilte Meinungen, ich and ihn sehr schön, meine Frau hat er gar nicht gefallen. Daniela Fally ist nach der Babypause wieder zurück, ihre Stimme ist ein bisserl schwerer geworden, aber immer noch eine großartige Fiakermilli, die Grafen sehr gut, Donna Ellen sehr vibratoreich.

siehe auch:
http://der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-arabella-9
http://der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-arabella-10

Dirigent Peter Schneider
Regie Sven-Eric Bechtolf
Bühne Rolf Glittenberg
Kostüme Marianne Glittenberg
Graf Waldner Wolfgang Bankl
Arabella Camilla Nylund
Zdenka Chen Reiss
Mandryka Bo Skovhus
Matteo Herbert Lippert
Adelaide Stephanie Houtzeel
Graf Elemér Norbert Ernst
Graf Dominik Rafael Fingerlos
Graf Lamoral Sorin Coliban
Fiakermilli Daniela Fally
Kartenaufschlägerin Donna Ellen

Rechnitz (Der Würgeengel), 10. März 2017, Volkstheater

Es war mir recht fad, nur Text über mehr oder weniger dasselbe Thema, jeder Bote erzählte fast dasselbe. Darstellerisch ausgezeichnet und sehr gut gespielt, ständige Rollen und Kostümwechsel.

Wunderschöne Sprache und Spielereien mit der Sprache, aber gänzlich ohne Handlung!

  • Bühne Paul Lerchbaumer
  • Kostüme Jelena Miletić
  • Choreografie Jasmin Avissar
  • Licht Paul Grilj
  • Dramaturgie Veronika Maurer, Periša Perišić

 

 

mit Thomas Frank, Katharina Klar, Sebastian Klein, Steffi Krautz, Kaspar Locher, Claudia Sabitzer, Birgit Stöger, Jasmin Avissar